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Archive for Mai 2012

Splitter: Ungewöhnliche Reaktionsbedingungen, Cola (mal wieder), Unique Content

  • Alchemie oder Langeweile? Auf BRSM gibt es eine nette Zusammenstellung an außergewöhnlichen Reaktionsbedingungen, von Bier, Wein hin zu Karotten oder fluoreszierenden Banananen! Unbedingt auch die Kommentare lesen (ebenso bei In the Pipeline)! Und die Moral von der Geschicht‘: Bei Syntheseproblemen nicht auf ausgefallene Lösungsmittel setzen, vielleicht auch einfach das, was man sowieso in der Hand hat.
  • Cola tödlich? Das Thema kocht wieder hoch angesichts eines Verfahrens nach Todesfall nach wahrhaft exzessivem Cola-Konsum. Und diesmal ist nicht 4-Methylimidazol schuld. Und wer 8 (in Worten: acht) Liter jedweder Flüssigkeit am Tag zu sich nimmt, wird Probleme mit seinem Elektrolythaushalt bekommen, was zum Tod durch Herzversagen führen kann. Und warum wird jetzt über die Giftigkeit von Koffein debatiert?
  • Unique Content! Problem erkannt: In diesem Blog mangelt es elementar an dem, was der moderne, anglophine Büger und Netizen „unique content“ nennt. Denn nicht nur Links und Weiterverbreitung, Nacherzählungen und Abstracts machen einen Blog aus, sondern auch Meinung, persönliche Zusammenfassungen und Zusammenstellungen, die es sonst noch nicht gibt. Doch dafür sind Ideen gefragt. Also falls jemand ein Thema weiß, das hier behandelt werden soll, eine Frage hat oder sonst einen Tip, so einfach  die Kommentarfunktion nutzen oder an chemieunser[at]gmx.de! Jede Nachricht wird gelesen und beantwortet!
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„Sind Sie auf Speed oder sowas?“

„Wired“, die genialische Postille für „Geeks und Technik-Freaks“ (Wikipedia), jetzt auch mit deutscher Ausgabe(!) (Wired-DE Blog), hat endlich herausgefunden, was Walter White und Jessie Pinkman in „Breaking Bad“ wirklich als angebliches Crystal Meth verticken: Kandiszucker!

Und dabei gleich noch ein paar Film-Drogen mehr aufgelistet. Was da nicht alles herhalten muss.

(Na ja, so neu ist diese Erkenntnis auch wieder nicht, aber ein Link auf Wired kann diesem Blog nur gut tun.)

Kategorien:Film, Schattenseite, Splitter

META: RSS-Feed funktioniert wieder!

Nachdem der RSS-Feed seit nicht bekannter gewisser Zeit fehlerhafter Weise leer war, was dem Autor leider erst jetzt ins Auge fiel, da er den Feed im Feedreader zum eigenen Blog fatalerweise vor nicht allzu langer Zeit gelöscht hatte mit der Begründung „Weiß ich doch sowieso, was ich schreibe“, so ist der Feed jetzt wiederhergestellt. Der Fehler konnte leider nicht nachvollzogen werden, ein Speichern der entsprechenden Einstellungsseite hat den Reader wohl neu geschrieben.

Vielen Dank für das Verständnis

chemieunser

Kategorien:Meta

Die Welt ist magenta! – R.P.57:1

Eigentlich ein recht unscheinbarer Artikel in der Angewandten Chemie:  „Kristallstrukturen  der Hydratstrukturen von Pigment Red 57:1“.

Red Pigment 57:1

Doch Pigment Red 57:1 (R.P.57:1) stellt das wichtigste organische Rotpigment dar, die Jahresproduktion beträgt beachtliche 50 000 Tonnen weltweit und der damit verbundene Jahresumsatz 200 Mio. €. So kommt dieses Azopigment für den Farbton Magenta beim Vierfarbdruck zum Einsatz, zum Beispiel zum Druck einiger exemplarischer Tageszeitungen wie The New York Times, The Sun, Bild, El País, La Repubblica, Le Monde oder Shanghai Daily oder auch Fachjournale wie die Angewandte Chemie selbst, was die Wissenschaftler alles selbst per Analyse herausgefunden haben.

Auch Wikipedia (deutsch, englisch) kennt R.P.57:1 (unter dem Namen Litholrubin BK) und er ist auch als Lebensmittelzusatzstoff E 180 zugelassen für auch essbare Käserinde (Sind Azopigmente im Essen wirklich eine gute Idee?).

Zur Erklärung der Abbildung, in der die Azogruppe (-N=N-) fehlt, bemerken die Autoren:

Alle kommerziellen „Azopigmente“ enthalten im Festkörper keine Azo-Gruppe, sondern liegen als Hydrazon-Tautomere vor. Man muss also richtigerweise von „Hydrazonpigmenten“ statt von „Azopigmenten“ sprechen.

Und gerade in Druckfarben wird das Pigment nicht gelöst, sondern lediglich dispergiert und somit bleiben die Festkörpereigenschaften erhalten. Übrigens: Allein die Bezeichnung „Pigment“ im Gegensatz zu „Farbstoff“ bedeutet „unlöslich im Anwendungsmedium“ (Wikipedia).

Die genaue Farbe des Pigments hängt dabei von der Menge des Kristallwassers ab, die Autoren konnten Kristallstrukturen für drei Phasen bestimmen:

  • n = 3 : rot
  • n = 1 : magenta
  • n = 0: trüb-dunkel magenta

Erstere und zweitere Strukturen sind hinreichend lang kinetisch stabil, das Monohydrat wandelt sich allerdings bei einer Luftfeuchtigkeit von 90 % innerhalb nur einer Woche zu Trihydrat um. Kommentar der Autoren:

Der Phasenwechsel zwischen dem carminroten Trihydrat und dem für den Vierfarbdruck verwendeten magentafarbenen Monohydrat kann auch auf gedruckten Zeitungen und Zeitschriften stattfinden; das gedruckte Rot kann somit je nach Witterungsbedingungen und Luftfeuchtigkeit einen unterschiedlichen Farbton haben.

Womit wieder gezeigt wäre: Chemie ist überall und alles hat einen Einfluss auf alles!

[1] S. L. Bekö, S. M. Hammer, M. U. Schmidt, Angew. Chem. 2012, 124, 4814-4818.

Bibtex-Stil für die „Angewandte Chemie“

Mit dem Textsatzsystem LaTeX ist gerade für Naturwissenschaftler das Erstellen von größeren Manuskripten, Master- oder Doktorarbeiten kein Problem. Gerade die Möglichkeit mit Tools wie Lyx schnell gut aussehende Dokumenten aufzusetzen, ist ein großer Vorteil und funktioniert ohne lange Einarbeitungszeit (mit „Microsoft Office Word“ sind bestimmt vergleichbare Ergebnisse möglich, jedoch nur mit erheblichem größerem Zeitaufwand im Labyrinth des unendlichen Funktionenschatz von „Word“).

Dabei gelingt es auch spielend mit Biblatex ein Literaturverzeichnis zu erstellen, jedoch braucht es dafür eine Stildatei (.bst), die die Einträge richtig formatiert. An vielen Universitäten ist der Zitierstil des führenden Chemiejournals Angewandte Chemie maßgebend. Zwar findet sich eine Variante im Netz (chemie-online-Thread, hier zum Download), diese ist allerdings längst nicht fehlerfrei und bietet gewisse Dinge wie Doppelzitate nicht.

Chemieunser bietet hiermit einen Bibtex-Style zum Download, der viele Ideen und Wünsche  aus dem chemie-online-Thread aufgreift und implementiert. In der ZIP-Datei ist neben der Stildatei ein Beispieldokument als .tex und .pdf mit einer Beispielbibliographie (.bib) aus den Vorgaben der Angewandten Chemie.

DOWNLOAD

Die Vorteile im einzelnen:

  • Doppelzitate: Wie in der Angewandten üblich können Doppelzitate für beide Ausgaben dargestellt werden (Neue Felder wie twojournal, twovolume etc., Genaueres siehe Readme und .bib-Datei).

  • Integration des „mciteplus“-Packages: Mit diesem Package, das eingebunden werden muss,  können mehrere Literaturstellen in einem Verweis stehen wie in der Abbildung zu sehen (a), b) etc.).
  • DOI-Nummern: Nur bei fehlender Jahreszahl werden DOI-Nummern ausgedruckt. Die übliche Ausgabe von DOI für alle Typen ist lediglich auskommentiert.

  • Unterstützung zusätzlicher Typen: Auch die üblicherweise von makebst ignorierten Eintragstypen wie patent und electronic werden nach den Vorgaben der Angewandten unterstützt.

Bei Problemen mit dem Stil oder Fragen kann die Kommentarfunktion unten genutzt werden oder eine Anfrage per Email an chemieunser[at]gmx.de.

Hashwerte der zip-Datei: MD5: 31ea14404365cdcb0f0d197a478bfc2e; SHA1: d39cdef4750b0fedc275986546a39c5654cdcff0.

[Nachtrag: Für den Stil der Angewandten gibt es außerdem das „biblatex-chem„-Package.]

Kategorien:Bibtex, Digitale Aspekte, Latex Schlagwörter: , ,
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