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Warum heißt Deuterium Deuterium?

Heutzutage ist das ganze Periodensystem gefüllt, alle Elemente haben dank IUPAC feste Namen und wenn mal wieder ein neues Element produziert wird (vorzugsweise von der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt), dann ist der Name von wenig Bedeutung, da diese Elemente Halbswertszeiten jenseits von gut und böse haben.

Früher allerdings gab es durchaus Konfussion (z.B. die Verwendung von Glucinium statt Beryllium wegen dem süßen Geschmack von Berylliumsalzen) und manche Namen hielten sich lang in der Literatur, um schließlich in der Versenkung zu verschwinden.

Bis jetzt ging es um Elemente. Aber warum hat Deuterium, 2H, einen eigenen Namen, damit auch ein eigenes Symbol, D, und woher kommt die Bezeichnung?

Bei „The Sceptical Chymist„, ein Nature-Blog, ist dieser Tage ein ziemlich langer Eintrag über den Entdecker und Namensgeber Harold Urey und den beschwerlichen Weg der Benennung (es wird auch auf einen Essay in der aktuellen Ausgabe von Nature Chemistry des gleichen Autors verlinkt, der aber wenig zusätzliches bringt). Der Artikel ist wirklich ausgezeichnet, also unbedingt selbst lesen, hier aber mal ein paar Stichworte.

Harold Urey hatte „Wasserstoff-2“ entdeckt und um die die Bezeichung zu vereinfachen und auch weil sich „Wasserstoff-2“ durch die doppelt so große Masse in den chemischen Eigenschaften erheblich von „Wasserstoff-1“ unterscheidet (es wurde sogar gefragt: Ist es noch Isotop oder Element?), wurde vorgeschlagen einen eigenen Namen zu kreieren. So wurden von Urey und anderen Wissenschaftlern allerlei Namen diskutiert und vorgeschlagen wie Pycnydrogen, Barydrogen u.a. Sein ehemaliger Doktorvater brachte dann schließlich etwas mit „deuteros“ auf, was einfach eine Nummerierung ins Spiel bringt, eine Einmischung, die Urey gar nicht mal so toll fand (bei seinem eigenen Schüler Stanley Miller (Miller-Urey-Experiment) verhielt er sich dann auf Grund dieser Erfahrung ganz anders), sich am Ende aber doch für Deuterium entschied (und gleichzeitig für Tritium („Wasserstoff-3“), das aber erst später entdeckt wurde).

Zu Urey selbst sollte noch gesagt werden: Nobelpreisträger 1934 für eben die Entdeckung von Deuterium, beteiligt auch am Manhattan-Projekt von Oppenheimer, der nach dem Krieg nicht begeistert war von der Verwendung des Deuteriums in der Wasserstoffbombe. Und er sprach sich vehement für Julius und Ethel Rosenberg aus, Hauptangeklagte in einem berühmten Spionagefall Anfang der 50er Jahre (FBI: The Atom Spy Case), die allerdings trotzdem in Sing Sing gehängt wurden.

Also eine spannende Persönlichkeit, beteiligt an so vielen wichtigen geschichtlichen Ereignissen und Entwicklungen. Und der Mann, der dem Deuterium seinen Namen gab.

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