Archive

Archive for the ‘Splitter’ Category

Splitter: Bundeswehr und Medikamente, xkcd, renovated butter, Anhörung im Sheri Sangji-Fall, ChemDraw

Links, bemerkenswerte Dinge und tragische Fakten aus der weiten Welt des Internets:

  • Medikamentenherstellung durch die Bundeswehr: Immer wieder lernt man neues! Durch den Jahresbericht des Bundesrechnungshof (pdf) wurde bekannt, dass die Bundeswehr selbst Medikamenten und Kosmetika wie auch Sonnencreme herstellt (SPON, Focus, manager magazin). Die Praxis geht dabei auf die 1980er Jahre zurück, als es die Bundeswehr auf Grund der Bedrohungslage des Kalten Krieges als notwendig erachtete, „jederzeit eigene Medikamente herstellen zu können“ und so die Versorgung der Soldaten im Kriegsfall sicherzustellen. Viel bemerkenswerter aber ist dieser Absatz:

    Das Bundesverteidigungsministerium verweist allerdings auf die Gefahr von Arzneimittelengpässen in Deutsch-land. Vier von fünf arzneilichen Wirkstoffen kämen aus China oder Indien, fast alle der in Deutschland verbrauch-ten Antibiotikawirkstoffe würden in Ostasien produziert. Die industrielle Herstellung pharmazeutischer Produkte in Bundeswehrapotheken sei somit Teil der Risikovor-sorge der Bundeswehr, um die Soldatinnen und Soldaten mit Sanitätsmaterial zu versorgen.

    Somit scheinen wir also auch in gesundheitlicher Hinsicht abhängig von China…

  • Wissenschaft trifft Humor: Slate meint zu zu den genialischen xkcd-Comics:

    If you’re not reading the brilliant web comic xkcd, then a) what’s wrong with you? and 2) seriously, go read it. Written by Randall Munroe, it’s arguably the geekiest and most scientifically literate comic on the ’net. The simple stick figures and drawings he uses belie a fiercely intellectual comic that will poke at your brain.

    Besser kann man wohl den Nagel nicht auf den Kopf treffen.

  • Erneuerte Butter: Sollte die Butter trotz oder wegen eines Hurricans doch einmal ranzig werden, so hat „The Culture of Chemistry“ die Lösung parat: „renovated butter“!

    If you can obtain some rancid or spoiIed butter melt some of it in a small pan and pump air through it, using a bicycle pump until there is no Ionger any odor noticeable. Now mix some sweet milk or cream with the butter and pour the whole mass into a screw top jar and shake violently until the butter becomes solid. Pour off the cream and notice that the solid part which remains is the same as fresh butter. This is renovated or process butter.

    Klingt interessant und riecht bestimmt auch so.

  • Sheri Sangji-Fall vor Gericht: Vor knapp zwei Wochen hat die Voranhörung im Sheri Sangji-Fall begonnen. Es geht dabei um den tragischen Unfall der jungen Studentin in einem Chemielabor Ende des Jahres 2009, als sie mit t-Butyllithium hantierte, und ihren anschließenden Tod im Krankenhaus zwei Wochen später (Zusammenfassung und Rekonstruktion).  Auf der Anklagebank sitzt UCLA-Chemieprofessor Patrick Harran als verantwortlichem Laborleiter wegen des Verstoßes gegen Arbeitsschutzgesetze. c&en dokumentiert die bisherigen Anhörungstage (Tag 1, Tag 2, Tag 3). Chemjobber schreibt außerdem regelmäßig über alle Neuigkeiten und Entwicklungen. Uns erinnert der Fall wieder daran, dass Arbeiten im Labor immer mit einem gewissen Risiko verbunden sind und wir nie leichtfertig mit den Sicherheitsvorschriften umgehen sollten. Ihr Tod mahnt gerade verantwortliche Personen dieser Verantwortung auch gerecht zu werden, so dass anderen unerfahrenen Labormitarbeitern ein solches Schicksal erspart bleibt.
  • Revolution durch ChemDraw: Derek Lowe und Kommentatoren erinneren an die Zeiten, bevor es ChemDraw etc. gab, wie mühsam die Erstellung von chemischen Strukturformeln war und welch einer Revolution eine Software wie ChemDraw gleichkam. Insgesamt ist durch moderne Computertools jedoch der Perfektionsdrang gestiegen, aber umgekehrt ersetzt die Maschine auch das Nachdenken: Zwei Versionen sind heute schneller gedruckt als früher eine Grafik von Hand gezeichnet wurde.
    Interessant ist aber auch der Link, den Derek angibt, was Quantenchemie und Computerchemie angeht.

Splitter: Wasser fließt bergauf, Isotopen helfen in einem „Cold Case“, Suchbegriffe, Pelz vs. Leder, fehlende Links

Eine Sammlung von Links:

  • Wasser fließt bergauf: Einen Artikel in Nature aufgreifend bringt io9 den Leidenfrost-Effekt in Erinnerung, der hier dazu genutzt wird Wasser bergauf fließen zu lassen. Unbedingt das Video anschauen!
  • Isotopenanalyse in der Kriminaltechnik: Die New York Times dokumentiert Ermittlungen in einem alten Mordfall (cold case) in Florida, bei dem anhand von Isotopenanalysen immerhin die geographische Herkunft des Opfers ermittelt werden konnte und dass es wohl erst ein Jahr vor ihrem Tod 1971 aus Griechenland nach Amerika gekommen ist. Bewundernswert, dass immerhin mit 60 bis 70 % „südlich von Athen“ als Ort angegeben werden kann. Mehr zu Isotopen hier im Blog!
  • Vicks VapoRub: David Kroll bei C&EN wundert sich über den plötzlich massenhaft auftretenden Google-Suchbegriff „vicks vapor rub“ als Verweis auf den Blog; der Begriff ist noch dazu falsch geschrieben ist. Dabei handelt es sich um ein Erkältungsbalsam für Brust und Hals, das – wie er beschreibt – auch zur Wirkungssteigerung von Ecstasy gebraucht wird. Was wollte da jemand wissen?
  • Pelz vs. Leder: Mo fragt sich (und auch Peter Maffay und die Anzeigenverantwortlichen) auf Nerd-Supreme, warum Pelz der Tod ist und Leder nicht. Sowohl Pelz, als auch Leder werden chemisch haltbar gemacht, Leder hat jedoch durch das Fehlen von Haaren einen kleineren „Anschein von Natürlichkeit“. Jedoch liegt der Unterschied der Konnotation dieser beiden Materialien auf anderem Terrain: Leder ist vielseitiges Gebrauchsmaterial, Pelz Luxus. Leder wird aus der Haut großer Tiere wie Rind, Schaf u.a. gemacht, für Pelz sterben kleine („niedliche“) Tiere und das nur zu diesem Zweck. Was zu dem Schluss führt: Pelz brauche ich nicht, also kann ich mich für das Leben von Pelztieren engagieren, oder?
  • Keine Links: Journalisten verlinken nicht gern, so auch auf Spiegel Online. Beim Satellitenbild der Woche wird nicht einmal auf den originalen Ort des Bildes verwiesen, der damit schwer auffindbar bleibt. Immer wieder ärgerlich! Das Bild aber offenbart einige schöne ökologisch-chemische Zusammenhänge. Edit: Immerhin gibt es jetzt ein cooles NASA-Video!

Splitter: „Molly“ und Schlaganfall, Rabatte für Studenten, Kampf im Labor

Die Nobelpreis-Season 2012 ist wieder vorbei, doch die Woche beginn trotzdem bereits turbulent, der Baumgartner Felix hat wieder Boden unter den Füßen, es gibt ein zweites Plagiat im Kabinett Merkel – und chemieunser meldet sich zurück … mit einer kurzen Liste an Links!

  • Unerwartete „Nebenwirkungen“: Eine junge Frau wird mit Anzeichen eines Schlaganfalls in die Klinik eingeliefert. Auf ihrem Handy findet ein Arzt schließlich die Ursache – und sie ist rein chemisch: Ecstasy! (Spiegel Online).
  • Sonderkonditionen für den Studiosus: Pünktlich zum Vorlesungsstart bringt Chip Online eine Sparliste für Studenten, hier bezogen auf Hard- und Software.
  • Schwefelsäure als Kampfmittel: Der Chemistry Blog schreibt über die Eskalation eines „Lab Fights“, mit Hammer und Schwefelsäure, zwischen zwei Doktoranden an der University of New South Wales (UNSW), Sydney.

Was gibt es zum Wochenbeginn noch, das die Welt wissen muss? Schreibt es in den Kommentaren! Und nicht vergessen: Don’t mess with a chemist, er hat Schwefelsäure!

Kategorien:Splitter Schlagwörter: , ,

Splitter: Ungewöhnliche Reaktionsbedingungen, Cola (mal wieder), Unique Content

  • Alchemie oder Langeweile? Auf BRSM gibt es eine nette Zusammenstellung an außergewöhnlichen Reaktionsbedingungen, von Bier, Wein hin zu Karotten oder fluoreszierenden Banananen! Unbedingt auch die Kommentare lesen (ebenso bei In the Pipeline)! Und die Moral von der Geschicht‘: Bei Syntheseproblemen nicht auf ausgefallene Lösungsmittel setzen, vielleicht auch einfach das, was man sowieso in der Hand hat.
  • Cola tödlich? Das Thema kocht wieder hoch angesichts eines Verfahrens nach Todesfall nach wahrhaft exzessivem Cola-Konsum. Und diesmal ist nicht 4-Methylimidazol schuld. Und wer 8 (in Worten: acht) Liter jedweder Flüssigkeit am Tag zu sich nimmt, wird Probleme mit seinem Elektrolythaushalt bekommen, was zum Tod durch Herzversagen führen kann. Und warum wird jetzt über die Giftigkeit von Koffein debatiert?
  • Unique Content! Problem erkannt: In diesem Blog mangelt es elementar an dem, was der moderne, anglophine Büger und Netizen „unique content“ nennt. Denn nicht nur Links und Weiterverbreitung, Nacherzählungen und Abstracts machen einen Blog aus, sondern auch Meinung, persönliche Zusammenfassungen und Zusammenstellungen, die es sonst noch nicht gibt. Doch dafür sind Ideen gefragt. Also falls jemand ein Thema weiß, das hier behandelt werden soll, eine Frage hat oder sonst einen Tip, so einfach  die Kommentarfunktion nutzen oder an chemieunser[at]gmx.de! Jede Nachricht wird gelesen und beantwortet!
Kategorien:Splitter Schlagwörter: , ,

„Sind Sie auf Speed oder sowas?“

„Wired“, die genialische Postille für „Geeks und Technik-Freaks“ (Wikipedia), jetzt auch mit deutscher Ausgabe(!) (Wired-DE Blog), hat endlich herausgefunden, was Walter White und Jessie Pinkman in „Breaking Bad“ wirklich als angebliches Crystal Meth verticken: Kandiszucker!

Und dabei gleich noch ein paar Film-Drogen mehr aufgelistet. Was da nicht alles herhalten muss.

(Na ja, so neu ist diese Erkenntnis auch wieder nicht, aber ein Link auf Wired kann diesem Blog nur gut tun.)

Kategorien:Film, Schattenseite, Splitter

Splitter: Goldrausch im All, Neues von den Dinosauriern

Wieder ist etwas zu viel Zeit vergangen, der nächste „Chemie und die Zukunft“-Artikel kommt bestimmt, hier zunächst aber zwei Themen aus den letzten Tagen:

  • Bergbau im All: Überall wurde darüber berichtet (SPON, heise, NatureNews), dass eine eher unbekannte Firma mit prominenten Unterstützern neben der Herstellung von Raketentreibstoffen den Abbau von Platinmetallen im All betreiben will. Eine interessante Idee, hört sich aber sehr nach Science-Fiction an und die Kosten sollen exorbitant sein. Ein Zitat bei NatureNews macht aber stutzig:

    Planetary Resources calculates that a single 500-meter asteroid can contain more platinum group metals than have been mined throughout all of human history.

    Das mag richtig sein, der hohe Anteil solcher Metalle in Asteroiden ist verbürgt, doch gibt es einen Markt für so viel solcher Edelmetalle und wie entwickeln sich dann die Preise?

  • Dinosaurier ziehen Kreise! Auch hier im Blog gab es eine kurze Notiz zu der „Dinosaurier im All“-Pressemeldung von JACS. Jetzt zieht das Paper dahinter noch weitere Kreise, da es sich offensichtlich um ein extremes Selbstplagiat handelt. Die chemische Blogosphäre ist voll davon: ChemistryBlog, In the Pipeline, ChemBark, CuriousWavefunction. Und hier handelt es sich nicht um einen abgehobenen deutschen Ex-Minister und seine Doktorarbeit, sondern um das diskussionswerte Paper eines verdienten Professors! Auch dieser Fall darf nicht einfach durchgehen, ChemBark fordert hier zurecht: Das Paper muss zurückgezogen werden, dem Autor zumindest zeitweise das Publizieren in JACS untersagt werden. War es vorher schon „Bad Science“ (was die ACS-Pressemeldung betrifft), so wird es jetzt nur immer schlimmer.
Kategorien:Aktuell, Splitter Schlagwörter: , ,

Splitter: „Plastic Planet“, Mi 20.15 3sat

An dieser Stelle ein Programmhinweis, der ganz gut in die Reihe „Chemie und die Zukunft“ passt (und an der Stelle wird es dann auch nochmal zum Thema werden):

Mittwoch 18.04.12  20.15    3sat   Plastic Planet

Werner Bootes preisgekrönter Dokumentarfilm „Plastic Planet“ verändert das Leben der Zuseher nachhaltig. Was er zeigt, ist erschreckend: In den Weltmeeren ist heute sechsmal mehr Plastikmüll zu finden als Plankton. Kunststoffe können bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern überdauern und mit einigen Zusatzstoffen das menschliche Hormonsystem schädigen. Plastik ist praktisch überall – sogar in unserem Blut, so die Erkenntnisse aus dem Film „Plastic Planet“: vom Babyschnuller bis zur Trockenhaube, von der Quietschente bis hin zum Auto. Plastik ist überall: Die Menge an Kunststoffen, die wir seit Beginn des Plastikzeitalters produziert haben, reicht aus, um unseren gesamten Erdball sechsmal in Plastikfolie einzupacken. (Text von 3sat)

Weitere Infos: 3sat-Hompage

Kategorien:Aktuell, Chemie und die Zukunft, Medien, Splitter Schlagwörter: ,
%d Bloggern gefällt das: