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Pseudo aus Meth – mal der umgekehrte Weg?!

Pseudo aus Meth – war das nicht immer andersherum? Durchaus, die Standardsynthese – spätestens seit „Breaking Bad“ allen bekannt – läuft so. Aber zwei Autoren im obskuren „Journal of Apocryphal Chemistry“ beschreiben jetzt den entgegengesetzten Weg (Link[PDF], gefunden über In the Pipeline), einfach aus der leichteren Verfügbarkeit von Methamphetamin auf der Straße im Gegensatz zum legalen Pseudoephedrin, dem „klassischen“ Meth-Precursor und daher streng reglementiert. Und wenn die Allergie mal wieder Pseudo braucht und die Apotheken haben geschlossen, kauft man sich halt Meth auf der Straße und kramt seine Chemiekenntnise wieder heraus.

Die Autoren notieren:

A quick search of several neighborhoods of the United States revealed that while pseudephedrine is difficult to obtain, N-methylmethamphetamine can be procured at almost any time on short notice and in quantities sufficient for synthesis of useful amounts of the desired material. Moreover, according to government statistics, N-methylmethamphetamine is becoming an increasingly attractive starting material for pseudephedrine, as the availability of N-methylmethamphetamine has remained high while prices have dropped and purity has increased. We present here a convenient series of transformations using reagents which can be found in most well stocked organic chemistry laboratories.

Das nenne ich mal gelungene Satire! Jeder Satz sitzt, die Anspielungen sind genial. Und wer lesen will, wie man wissenschaftlich den „Straßeneinkauf“ beschreibt, sollte das Dokument unbedingt runterladen. Natürlich ist dieses Journal nicht offiziell, was der Zusatz „apocryphal“ aber schon andeutet. Die Aufmachung ist professionell und klassisch und sieht einem echten Journal zum Verwechseln ähnlich, moderner Textverarbeitung à la LibreOffice sei Dank. Den Autor hat es wohl in den Fingern gejuckt, das Anfang des Jahres gefundenen RSC-LibreOffice-Template auszuprobieren (vgl. Titel des Dokuments!) Literaturverweise stehen am Ende, die auch existieren (Nur der Verweis auf J. Chem. Soc. ist etwas fehlerhaft). Die DOI-Nummer führt in nichts, was man mit etwas Erfahrung aber schon an dem wirren Code sehen kann. Aber der Autor muss sich mit den wissenschaftlichen Gepflogenheiten sehr gut auskennen. Und verboten ist es auch nicht, aus etwas Verbotenem etwas Legales herzustellen!

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